Die chronische Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis), ausgelöst durch das Bakterium Helicobacter pylori, spielt bei der Entstehung des Magenkarzinoms eine wichtige Rolle. Auch eine Vitaminsupplementation und Knoblauch können die Onkogenese beeinflussen. In China wurde nun untersucht, ob eine Eradikationstherapie (Amoxicillin und Omeprazol für zwei Wochen), eine Vitaminsupplementation (Vitamin C und E und Selen) und Knoblauchverzehr (Extrakt und Öl) für im Durchschnitt 7,3 Jahre die Inzidenz des Magenkarzinoms und die daraus resultierende Sterblichkeit senken kann. Das Follow-up betrug 22 Jahre (1995 bis 2017).
Bei 3.365 Menschen kam es im Nachbeobachtungszeitraum zu 151 Magenkarzinomen, und 94 Patienten verstarben daran. Alle drei Interventionen reduzierten die Magenkarzinom-bedingte Mortalität signifikant: Das Risiko, an Magenkrebs zu sterben, sank nach der Eradikationstherapie um 38%, bei den Probanden mit Vitaminsupplementation um 52% und mit Knoblauch um 34%. Dabei traten die schützenden Effekte bei H.-p.-Eradikation eher früher und die der Vitamin-Supplementation und des Knoblauchverzehrs eher später im Nachbeobachtungszeitraum auf.
Aber Achtung: Diese Studie wurde an einem Kollektiv in China durchgeführt, das die weltweit höchste Inzidenz von Magenkarzinomen aufweist (Linqu County in der Provinz Shangdong). Ob die beobachteten positiven Effekte 1 zu 1 auf eine europäische Bevölkerung übertragbar sind, ist deshalb nicht sicher.


Li WQ et al., BMJ 2019; 366:l5016