Am 10. Dezember war es endlich soweit: Das New England Journal of Medicine veröffentlichte die Studie, die zur Zulassung des BioNTec/Pfizer-Impfstoffs BNT162b2 führte bzw. führen soll. Im Rahmen der Studie erhielten 21.720 Menschen den mRNA-Impfstoff und 21.728 Placebo. Nach der kompletten Impfung (2 Dosen im Abstand von 21 Tagen) entwickelten 8 Menschen in der Verum-Gruppe eine COVID-19-Erkrankung – in der Placebo-Gruppe war das hingegen 162 Mal der Fall. Daraus berechneten die Autoren eine Effektivität von 95%.

Zwei entscheidende Zahlen findet man in dem Paper hingegen nur, wenn man tief in die Daten blickt – im Abstract, also der wissenschaftlichen Kurzzusammenfassung, stehen sie nicht. Die Nachbeobachtungszeit lag bei lediglich 112 Tagen, also bei gerade einmal dreieinhalb Monaten. Und das mediane Alter der Impflinge betrug „jugendliche“ 52 Jahre. Von den über 20.000 Probanden, die die Impfung erhielten, waren lediglich 774 älter als 74 Jahre. Und in dieser betagten Gruppe betrug der Unterschied der COVID-19-Erkrankungen lediglich 5 (keine Erkrankung trat in der Impfgruppe auf und 5 in der Placebo-Gruppe).

© New Engl J Med
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Wie länge hält der Impfschutz an? Wie gut sind besonders ältere Menschen tatsächlich geschützt? Schützt die Impfung auch vor asymptomatischen SARS-CoV2-Infektionen? Besonders letztere Frage wäre interessant, sind es ja gerade die asymptomatisch Infizierten, die das Virus leicht weitergeben (in der Studie wurde lediglich auf den Endpunkt „klinische COVID-19-Erkrankung“ geblickt und keine serologischer Parameter ausgewertet).

Polack FP et al., Safety and Efficacy of the BNT162b2 mRNA Covid-19 Vaccine. N Engl J Med 2020; DOI: 10.1056/NEJMoa2034577