Die Frage, ob das Einholen einer ärztlichen Zweitmeinung für Patienten überhaupt einen Benefit hat, wurde bislang im Bereich der Inneren Medizin noch nicht ausführlich untersucht. Das ist bedauerlich, verursacht „Doctor Hopping“ doch immense Kosten im Gesundheitswesen. Nun brachte eine aktuelle Studie hier Licht ins Dunkel.

Es wurde ein Register von allen Patienen zusammengestellt, die sich zwischen 2016 und 2018 an einer Uniklinik in Utrecht (Niederlanden) ambulant eine internistische Zweitmeinung einholten. Die insgesamt 173 Fälle wurden hinsichtlich Patientencharakteristika, überweisendem Arzt, Hauptbeschwerden, Untersuchungen und zusätzlichen bzw. neuen Diagnosen und Therapien analysiert.

13% der Patienten erhielten im Rahmen der Zweitmeinung eine neue Diagnose. Bei 56% wurde die Behandlung modifiziert oder eine neue Behandlung begonnen. Die Hauptbeschwerden besserten sich oder verschwanden bei 28% der Zweitmeinungspatienten – und das unabhängig davon, ob eine neue Therapie verordnet wurde oder nicht. Die Kehrseite der Medaille: 23 bis 33% der im Rahmen der Zweitmeinung durchgeführten radiologischen, endoskopischen oder histologischen Untersuchungen waren Doppeluntersuchungen. Bei Laboruntersuchungen betrug diese Quote gar 89%. Trotz dieser Nachteile habe die Studie gezeigt, dass eine ärztliche Zweitmeinung in der Inneren Medizin einen Benefit für Patienten hat – bezüglich der Diagnosesicherung, Therapie-Initiierung und Symptomverbesserung.

In eigener Sache: Wie häufig eine Zweitmeinung zu Kommunikationskampagnen von PR-Agenturen zum Wechsel der Strategie führt, wurde bislang zwar nicht wissenschaftlich untersucht. Die Gesundheitskommunikationsexperten von zweitmeinung.agency können jedoch aus empirischer Beobachtung berichten, dass eine PR.Zweitmeinung von unschätzbarem Wert für die Corporate- und Produktkommunikation ist. Mehr unter https://zweitmeinung.agency

Burger PM et al., PLoS One 2020; 15: e0236048