Im British Medical Journal (BMJ) wurde am 18. Dezember 2019 eine wissenschaftliche Studie der etwas anderen Art veröffentlicht. Die Autoren hatten die Verkehrssünder-Kartei in Florida (USA) ausgewertet und die Angaben zu Geschwindigkeitsüberschreitungen, verhängter Strafe und gefahrenem Pkw mit dem Beruf des Lenkers verknüpft. War dieser Arzt, wurde zudem der Facharzt-Status ausgewertet.

Über 5.300 Ärzte hatten im Zeitraum zwischen 2004 und 2017 einen Strafzettel wegen überhöhter Geschwindigkeit erhalten (insgesamt 14.560 Vorfälle). Ärzte waren dabei im Durchschnitt nicht häufiger als die „Allgemeinbevölkerung“ mit mehr als 32 km/h zu viel unterwegs. Allerdings zeigte sich, dass es insbesondere Psychiater waren, die häufig Strafzettel erhalten hatten – im Vergleich zu Anästhesiologen war die Rase-Wahrscheinlichkeit bei Psychiatern um 51% erhöht (Anästhesiologen galten als „Baseline-Fahrer“). Die höchsten Geschwindigkeiten in der Radarfalle erlangten im Durchschnitt hingegen Orthopäden (27 km/h zu schnell).

Luxuskarossen wurden am häufigsten von Kardiologen gelenkt. Günstigere Autos fuhren hingegen eher Notfallmediziner, Hausärzte, Pädiater, Allgemeinchirurgen und … wiederum Psychiater. Fabula docet: Psychiater in den USA sind zwar schnell, aber dafür mit kleineren Autos unterwegs. Ob diese Ergebnisse auf die Verhältnisse auf deutschen Straßen übertragbar sind, ist natürlich völlig unklar.

Zimerman A et al., The need for speed: observational study of physician driving behaviors. BMJ 2019; 367: 16354