Um es gleich vorweg zu nehmen, in dieser Studie geht es nicht um Polizisten aus Fleisch und Blut, sondern um „sleeping policemen“, also um „speed bumps“ oder einfach Temposchwellen. Die Idee der Studie: Bei einer akuten Appendizitis (Blinddarmentzündung) tut dem betroffenen Patienten jede Erschütterung am Bauch weh, weil die Entzündung der Appendix das Bauchfell (Peritoneum) reizt. Man untersuchte also 101 Patienten, die mit dem Verdacht auf eine akute Appendizitis ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Sie erhielten unter anderem einen Fragebogen, mit dem sie nach den Details des Transportes zum Krankenhaus gefragt wurden. 64 Patienten gaben an, auf dem Weg zum Krankenhaus über Temposchwellen gefahren zu sein – und 34 davon hatten eine später diagnostizierte Appendizitis. Fast alle berichteten zudem, dass die Bauchschmerzen bei Überfahren der Schwellen zugenommen hätten. Daraus konnten die Forscher eine Sensitivität von 97 %, eine Spezifität von 30 %, einen positiven Vorhersagewert von 61 % und einen negativen Vorhersagewert von 90 % für den „Temposchwellentest“ berechnen. Der „Temposchwellentest“ war den anderen klinischen Tests, wie sie die Ärzte im Krankenhaus angewendet hatten, überlegen (z. B. die typischen klinische Zeichen „Loslass-Schmerz“ und „Schmerzwanderung“). Das Learning: Nehmen abdominelle Schmerzen beim Überfahren von Temposchwellen nicht zu, ist eine akute Appendizitis unwahrscheinlich.


Ashdown HF et al., BMJ 2012;345:e8012. doi: 10.1136/bmj.e8012